Das Meer
Im Märchen „Die Bienenkönigin“ soll der Königssohn den Schlüssel zum Schlafgemach der Prinzessinnen vom Meeresgrund heraufholen. Das Meer: Das Wasserelement symbolisiert die Gefühls- und Empfindungskraft. Es gehört neben dem Erdelement zur weiblichen Energie. Aus dem Wasser entsteht alles Leben. Themen des Wassers sind Beziehungen, Emotionen, Intuition, die Welt der Träume, Empfangen, Reinigung, Heilung.
Auch das Element Wasser ist ein Symbol für das Weibliche. In verschiedenen Kulturen gibt es Schöpfungsmythen, nach denen alles Leben aus dem Urmeer entstanden ist. Ein Schöpfungsmythos der Sumerer lautet zum Beispiel so, daß Nammu, die Göttin der Wassertiefe, ihren Sohn Enki, den Gott der Weisheit, damit beauftragt, Gehilfen für die Götter zu erschaffen. Enki weiß nicht, wie er das machen soll und klopft sich voller Wut auf die Schenkel. Es löst sich etwas Lehm und daraus formt Enki die Menschen. Daß Nammu die Ur-Göttin ist, kommt nicht von ungefähr, denn alles Leben ist tatsächlich im Wasser entstanden.
In der griechischen Mythologie wurde Aphrodite, die Göttin der Liebe, der Schönheit und der sinnlichen Begierde, aus dem Meer geboren. Ihr Name bedeutet „die Schaumgeborene“. In der römischen Mythologie ist Venus ihre Entsprechung. „Maria“ heißt übrigens „die Meere“ auf Latein. Die hebräische Übersetzung von „Maria“ ist „Mirjam“ und das heißt „Meerestropfen“. Maria und Mirjam waren ursprünglich Namen für die Große Göttin, denn – wie gesagt – aus dem Urmeer ist alles Leben hervorgegangen. Die Bibel ist ja im Übergang zwischen Matriarchat und Patriarchat entstanden. Und so wurde „Maria” – „die Meere“, die allumfassende Göttin auf die mütterliche Rolle, auf den roten Aspekt der großen Göttin, reduziert.
Im Märchen „Die Bienenkönigin“ holt eine Ente den Schlüssel vom Meeresgrund herauf. Die Ente ist ein Wasservogel, der auch manchmal an Land kommt. Daher ist sie Mittlerin zwischen Luft-, Erd- und Wasserelement. Sie ist in der Lage, in die Mysterien der Weiblichkeit, ins Unbewußte und in tiefe Gefühlswelten hinabzutauchen. Sie holt den Schlüssel von dort, ohne sich selbst dabei zu verlieren.
Vielleicht vor diesem Hintergrund steht die Ente auch für Glück in einer Partnerschaft. Im Feng Shui verwendet man ein aus Holz geschnitztes Entenpärchen zur Stärkung bzw. Ermöglichung einer Paarbeziehung (Jeanne Ruland, Krafttiere begleiten dein Leben, S. 111).

