Männliche und weibliche Energie vereint
„Die männliche Energie ist das statische, zeugende Prinzip. Das männliche Prinzip spiegelt sich im Jahreslauf in der stabilen Sonnenkraft wider. Die weibliche Energie ist das nährende und rhythmische Prinzip. Sie wird durch die von Natur aus flexible Mondkraft verkörpert.
Beide Prinzipien erzeugen miteinander eine unversiegbare Schöpfungskraft. Wenn diese beiden schöpferischen Potenziale sich vereinen, bringen sie eine dritte Kraft hervor. Die Drei ist Leben, Bewegung, Entwicklung.“
Aus: Rosina Sonnenschmidt, Weibliche und männliche Sexualorgane – Selbstverwirklichung. Band 8 der Schriftenreihe Organ – Konflikt – Heilung, 2010
Und noch ein Zitat:
„Wenn Mann und Frau sich kennenlernen, merken sie, dass beide unterschiedlich sind und dass sie sich gut ergänzen. Der Mann merkt, dass ihm etwas fehlt, und die Frau merkt, dass ihr etwas fehlt. Indem sie sich verbinden, bekommt jeder das, was ihm fehlt. Für den Mann zuzugeben, dass ihm die Frau fehlt, und für die Frau zuzugeben, dass ihr der Mann fehlt, ist demütig. Das fällt nicht leicht. Jeder anerkennt dabei seine Grenzen.
Manche wollen diesem Eingeständnis entfliehen, zum Beispiel dadurch, dass der Mann versucht, in sich das Weibliche zu entwickeln, und die Frau versucht, in sich das Männliche zu entwickeln. Denn dann braucht der Mann keine Frau mehr und die Frau braucht keinen Mann mehr. Dann können sie ohne den anderen sein.
Eine Paarbeziehung gelingt, wenn beide, der Mann und die Frau, zugeben, dass ihnen der andere fehlt, dass sie den anderen zu ihrer Vervollkommnung brauchen. Wenn sie sich gegenseitig schenken, was dem anderen fehlt, werden sie vollkommen und ganz.“
Bert Hellinger, Liebes-Geschichten zwischen Mann und Frau, Eltern und Kindern, uns und der Welt, S. 49.
Im Märchen „Die Kristallkugel“ erfahren wir, wie die männliche und die weibliche Energie wunderbar zusammenwirken. Die Prinzessin weiß, was der Jüngling tun muss, um sie und das ganze Königreich zu erlösen. Vielleicht hat es ihr jemand gesagt, vielleicht hat sie es intuitiv erfasst. Die Prinzessin kann aber nicht selbst mit dem Auerochsen kämpfen. Dafür ist die Zielgerichtetheit und Dynamik der männlichen Energie sowie die physische Kraft notwendig, über die der Jüngling verfügt. Die Prinzessin begleitet den Jüngling mit ihren guten Gedanken – und es gelingt! Der Jüngling besiegt den Auerochsen, er bekommt Hilfe von seinen Brüdern und kann am Ende dem bösen Zauberer die Kristallkugel vorhalten. Damit ist dessen Macht gebrochen.
Auch im Märchen „Die Bienenkönigin“ vereinen sich am Ende das Männliche und das Weibliche. Drei Prinzen ehelichen drei Königstöchter und bilden dadurch jeweils eine Ganzheit. Männliche und weibliche Energie vereint!

