Silber
Silber als Märchensymbol: Im Märchen „Das Mädchen ohne Hände“ bekommt die Frau von ihrem Ehemann, dem König, silberne Hände angefertigt. Silber ist das Metall des Mondes, der unter anderem die weibliche Qualität des Empfangens symbolisiert. Silber ist viel zu weich, als daß man damit etwas machen könnte. Daher wird die Frau durch die silbernen Hände nicht handlungs-fähig. Die Zeit am Königshof, bei der auch die Mutter des Königs eine wichtige Rolle spielt, ist eine Zeit im Mutterreich, eine Zeit des Empfangens. Die junge Frau, die in ihrem Elternhaus so gelitten hat, wird am Königshof nachgenährt. Sie hat einen sicheren Ort, sie kann sich ausruhen.
Mit Silber sind zwei homöopathische Mittel verbunden. Das erste ist Argentum metallicum, aus dem Metall Silber hergestellt. Das Mittel ist für Menschen geeignet, die sehr empfänglich, empfindlich, empfindsam sind. Sie haben viel Mitgefühl für andere und gleichzeitig große Probleme, über ihre eigenen Gefühle zu sprechen. Ihre Zurückhaltung kann als Hochmut wahrgenommen werden. Das Mittel hilft Frauen, die romantisch, sehnsüchtig, sanft, ruhig und schüchtern sind, mehr in ihre Mitte zu kommen. Frauen, die Argentum metallicum brauchen, haben Sehnsucht nach ihrem Traumprinzen und ein großes Verlangen nach Zärtlichkeit. Ein weiteres Symptom ist Gedächtnisschwäche; mitten in einem Gespräch verlieren sie den Faden.
Das andere homöopathische Mittel, das Silber als Bestandteil hat, ist Argentum nitricum, Silbernitrat. Es ist hilfreich für Menschen, denen es an Urvertrauen fehlt. Sie haben viele Ängste, zum Beispiel Prüfungsängste. Sie scheuen sich vor der Öffentlichkeit. Sie suchen – oft vergeblich – den Schutz der Mutter und als Kompensation werden sie starrsinnig. Diese Menschen haben ein Gefühl von Verlassenheit und fühlen sich fremd in der eigenen Familie. Sie stehen unter großem Druck. Daraus resultieren unter anderem nervöse Verdauungsbeschwerden. Ursache für das So-Sein kann sein, daß der Mensch bei seiner Empfängnis nicht gewollt war, zu früh geboren wurde oder eine traumatische Geburt hatte, zum Beispiel mit einer Saugglocke.
Silber als Märchensymbol begegnet uns auch im Märchen „Aschenputtel“. Aschenputtel bekommt unter anderem ein silbernes Kleid am Grab seiner Mutter, um damit zum Tanz zu gehen. Auch die Königstochter im Märchen „Allerleihrauh“ hat ein silbernes und ein goldenes Kleid. Beim silbernen Kleid geht es darum, daß die jeweilige Heldin in ihrer Weiblichkeit strahlt.

