Gottvertrauen
Bei der Trauung in der Kirche sagt man nicht nur „Ja“ zum anderen, sondern man holt Gott mit ins Boot. Damit eine Paarbeziehung gelingt, müssen viele Aspekte erfüllt sein. Wenn Gott, das Göttliche, die geistige Welt – oder wie auch immer man diese höhere Macht nennen mag – ins Spiel kommt, ist es leichter!
Helden und Heldinnen in Märchen bekommen oft Hilfe von einer höheren Macht. Im Märchen „Die Kristallkugel“ braucht der Jüngling viel Gottvertrauen, dass alles schon gut ausgehen wird, denn viele der dort zu erledigenden Aufgaben liegen nicht in menschlicher Hand. Der Jüngling muss mit dem wilden Auerochsen kämpfen. Dieser Kampf ist das Einzige, was er selbst mit seiner Stärke und seinem Mut beeinflussen kann. Bei allen anderen Aufgaben ist er auf die Hilfe des Adlers und des Wals, seiner verzauberten Brüder, angewiesen. Im Vertrauen darauf, dass alles gut ausgehen wird – und von den guten Gedanken der Prinzessin umhüllt – begibt sich der Jüngling in den Kampf mit dem Auerochsen. Und es funktioniert! Zuerst kommt der in einen Adler verwandelte Bruder ihm zu Hilfe und später sein anderer Bruder in Gestalt des Wals, und zwar beide im rechten Augenblick!
Auch die Frau im Märchen „Das singende springende Löweneckerchen“ bekommt auf ihrem Weg Hilfe, nämlich in Gestalt von Sonne, Mond und den vier Winden. Sie folgt ihrem Mann sieben Jahre lang und braucht dazu eine Menge Vertrauen in die guten Mächte, dass er erlöst werden kann.
Der Dummling in “Die Bienenkönigin” bekommt Hilfe von den Ameisen, den Enten und der Bienenkönigin. Im “Froschkönig” begleitet der eiserne Heinrich, der Diener des Prinzen, dessen Entwicklungsprozesse und gibt seine Liebe in diese hinein, denn eingreifen kann er nicht. Im Märchen “Der Eisenofen” helfen die Kröten der Königstochter. Und im Märchen ”Der Teufel mit den drei goldenen Haaren” ist es die Großmutter des Teufels in Person, die den Jüngling unterstützt, seine Aufgaben zu lösen, damit er die Prinzessin heiraten kann!
Wenn wir unsere Paarbeziehung einer höheren Macht anvertrauen, dann öffnen wir uns für die Hilfe aus der geistigen Welt. Dann strömt auch von ihr Liebe zu uns und unserer Paarbeziehung. Dann können wir geschützt weitergehen!
Und so ist am Ende eines Märchens, wenn das große Hochzeitsfest gefeiert wird, immer auch Gott mit dabei, der freundlich lächelnd von oben herabschaut, oder die als Muttergöttin das Ehepaar in die Arme nimmt, oder wie auch immer man sich Gott in der Paarbeziehung vorstellen mag.
Sei gesegnet, Menschenkind!

